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Hypothekarzins-Veränderungen

Da sich Eigenheimbesitzer und multinationale Unternehmen auf dem Geld- und Kapitalmarkt finanzieren, stellt dieser die Basis für den Hypothekarzins dar. Veränderungen des Hypothekarzinses können für Hauseigentümer mit einer variablen Hypothek schwere Folgen haben, während sich Hauseigentümer mit einer Festhypothek freuen können: Ihre Zinsen bleiben bis zum Ablauf der Hypothek unverändert.

Festlegung des Hypothekarzinses
Der Hypothekarzins ist der Preis eines Hypothekarkredits für grundpfandbesicherte Forderungen (Immobilien und Landbesitz). Er wird von den Banken laufend dem allgemeinen Zinsumfeld angepasst. Ein sehr wichtiger Indikator für die Höhe des Zinssatzes ist der Libor (London Interbank Offered Rate), einer der wichtigsten Geldmarktleitsätze. Dieser richtet sich nach den aktuellen Marktverhältnissen, d. h. nach den verschiedenen Refinanzierungsmöglichkeiten der Banken.

Die Höhe des Zinses wird aber vor allem durch Angebot und Nachfrage bestimmt: Wollen beispielsweise viele Leute in Schweizer Franken Geld anlegen, so sinkt der Zins und umgekehrt. Grosse Schuldner können den Preis des Geldes direkt beeinflussen, da dieser von der Zinserwartung und vom Investitionsbedarf abhängig ist.

Die Banken bestimmen über den Hypothekarzinssatz weitgehend selbstständig. Der volkswirtschaftliche Datenkranz und die wirtschaftlichen Erwartungen auferlegen den Banken die Hypothekarzinssätze. Im Weiteren ist auch die Stellung der einzelnen Bank in diesem Geschäft sehr wichtig.

In letzter Zeit werden die Sätze immer mehr individuell risikoadjustiert festgelegt, d. h. ein vermögender Kunde zahlt automatisch weniger als ein etwas weniger betuchter Kunde. Der Hypothekarkunde kann also auch Einfluss auf den Zinssatz nehmen, je nachdem, wie er sich der Bank gegenüber finanziell präsentiert. Zudem bezahlt man in der Regel einen höheren Zinssatz für Zweitobjekte, Ferienwohnungen, Gewerbe- und Industriebauten sowie Landhypotheken.

Folgen von Hypothekarzinsveränderungen
Da die meisten Hauseigentümer über 60 % mit Hypotheken fremdfinanziert sind, haben Veränderungen des Hypothekarsatzes einen grossen Einfluss auf die Kosten der Immobilie und demzufolge auf die Mietzinsen. Vor mehreren Jahren wurde dies institutionalisiert, indem die Mietzinsen an den Hypothekarzins gekoppelt wurden.

Festhypotheken mit langen Laufzeiten sollte man abschliessen, wenn man steigende Zinsen erwartet. Ein Beispiel: Nehmen wir an, dass eine einjährige Festhypothek weniger als 2 % kostet, während der Zins für die fünfjährige Hypothek bereits 3,5 % beträgt. Ein risikofreudiger Schuldner wird versuchen, den Durchschnittszins mit einjährigen Festhypotheken unter 3,5 % zu halten. Variable Hypotheken kosten heute im Durchschnitt bereits 3,25 %. Schuldner, die eine variable Hypothek abgeschlossen haben, gehen das Risiko ein, dass sich die Zinsen weiter nach oben bewegen. Der Durchschnittszins von 3,5 % wird mit einer variablen Hypothek schneller übertroffen.

Wenn die Hypothekarzinsen ansteigen, zieht dies für Hauseigentümer mit einer variablen Hypothek eine Anpassung der Zinsen nach oben mit sich. Schuldner, die eine Festhypothek abgeschlossen haben, ziehen daraus Profit, da ihre Zinsen bis zum Ablauf der Hypothek unverändert bleiben. Der Mietzins ist aber nach wie vor an den Hypothekarzins gekoppelt, so dass eine Hypothekarzinserhöhung immer auch eine Mietzinserhöhung mit sich zieht.



Quelle: Hausinfo, der Eigenheimratgeber