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Hindernisfreies Bauen – so teuer wie die Baureinigung

Wenn von Planungsbeginn weg berücksichtigt, kostet es im Mittel nur 1.8 Prozent der Bausumme, ein Gebäude für alle Menschen zugänglich zu machen. Teurer ist es, bestehende Barrieren nachträglich abzubauen. Dies zeigt eine Studie der ETH. Je höher die Bausumme, desto weniger schlägt Hindernisfreiheit zu Buche. So betragen die Mehrkosten, die es braucht, um ein öffentlich zugängliches Gebäude hindernisfrei zu machen, bei einer Bausumme ab 5 Millionen Franken höchstens ein halbes Prozent der Bausumme. Und ab einer Bausumme von 15 Millionen Franken fallen die Mehrkosten sogar unter 0.15 Prozent der Baukosten. Damit bewegen sich die Kosten in der Grössenordnung der Baureinigung. Dies sagte Prof. Paul Meyer-Meyerling vom Institut für Hochbautechnik der ETH.

Hindernisfreies Bauen nützen allen

Der weitaus grösste Teil der Kosten, nämlich 83 Prozent, wird in Massnahmen investiert, die nicht nur Menschen mit Behinderung nutzen: Aufzüge, Lifte oder breitere Durchgänge machen Gebäude für alle wirtschaftlich und komfortabel nutzbar.

BehiG kostet 60 Franken pro Kopf und Jahr

Die Studie errechnete die durch das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) enstehenden Kosten bei Neubauten auf maximal 210 Millionen, bei Umbauten höchstens 250 Millionen Franken pro Jahr. Dies sind deutlich weniger als ein Prozent des jährlichen Hochbauvolumens von 30 Milliarden Franken oder rund 60 Franken pro Kopf und Jahr. Da immer mehr alte Menschen in ihren eigenen vier Wänden wohnen wollen, lohnt sich diese Investition in jeder Hinsicht.

Hindernisfreies Bauen gilt als freiwillige "Zusatzmassnahme"

Vier von zehn Architekten wissen nicht, dass hindernisfreies Bauen in der Schweiz gesetzlich vorgeschrieben ist. Fast jede zweite Person schätzte die Kosten des hindernisfreien Bauens zu hoch ein. Beides trägt dazu bei, dass hindernisfreies Bauen – zu Unrecht - den Stempel einer zusätzlichen, freiwilligen Massnahme trägt. Dies zeigte eine Untersuchung des Psychologischen Instituts der Universität Zürich. Beide Studien wurden im Rahmen des Nationalfonds-Forschungsprogrammes 45 "Sozialstaat" und auf Initiative der Schweizerischen Fachstelle für Behindertengerechtes Bauen erstellt. Detailliertere Informationen finden Sie im folgenden Link.

http://www.hindernisfrei-bauen.ch/kosten_d.php

 

Quelle: Pressecomuniqué Schweizerische Fachstelle für behindertengerechtes Bauen